Facharztzentrum Orthopädie
Waldweg 11
37073 Göttingen
Das Sprunggelenk ist ein für die Mobilität des Menschen essentielles Gelenk, dessen Aufbau aus drei benachbarten Knochen besteht. Unterschenkelseitig bilden das Schienbein (Tibia) und das Wadenbein (Fibula) die Sprunggelenksgabel mit Innen- und Außenknöchel. Fußseitig artikuliert das sog. Sprungbein (Talus) mit diesen beiden Knochen, wodurch die Auf- und Abwärtsbewegung des Fußes ermöglicht wird. Für die Seitneigung (Pronation/Supination) schließt sich sodann das untere Sprunggelenk an, welches sich zwischen Talus und Fersenbein erstreckt. Die Sprunggelenksgabel wird durch einen stabilen Bandapparat zusammen gehalten.
Neben Unfällen sind Verschleißerscheinungen (Arthrose), Durchblutungsstörungen oder entzündliche Veränderungen der Weichteilstrukturen (Nerven, Sehnen, Muskeln) häufig Ursache von Störungen in der Funktion des Sprunggelenks.
Im Übergang vom Mittelfuß zum Vorfuß gehen die Fußwurzelknochen in den 1. bis 5. Strahl über, welche sich jeweils in die Zehen verlängern.
Zu den oben genannten Gründen für Beschwerden im Fußbereich kommen hier oft zusätzlich Statikstörungen zum Tragen – als Beispiele seien aufgeführt:
Hiermit assoziierte Ursachen für Fußbeschwerden liegen in einer reizbedingten Entzündung der Faszienplatte, welche sich vom Fersenbein in den Vorfußbereich erstreckt. Der Begriff einer plantaren Fasziitis ist geprägt von Schmerzen im unteren Fersenbereich, die denen eines Fersensporns ähnlich sind.
Zusätzlich zur Physiotherapie mit aktivierenden und detonisierenden Maßnahmen kommen maßgefertigten Schuheinlagensohlen zum Einsatz. Im Besonderen eine Stoßwellentherapie wirksam.
Oben: Röntgenaufnahme eines gesunden Vorfußes.
Bestehen Beschwerden im Großzeh, oder genauer im Großzehengrundgelenk, liegen diesen nicht selten Verschleißerscheinungen mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung, Schwielenbildung und Kapselentzündung zugrunde. Bleibt hierbei die Stellung des Großzehs weitesgehend gerade ausgerichtet, spricht man vom Hallux rigidus.
Weicht der Großzeh hierbei in Richtung der benachbarten Zehen ab, handelt es sich um einen Hallux valgus. Die Zehen werden dadurch verdrängt und kommen selbst in Fehlstellungen. Die Schwielenbildung am Großzeh kann insbesondere im Kontakt zum Schuhwerk starke Schmerzen verursachen und in eine entzündliche Reizung von Haut und Kapsel übergehen.
Durch eine entsprechende Einlagenversorgung kann dieser Prozess im frühen Stadium behandelt werden, rückgängig machen kann eine nicht operative Behandlung die Störung allerdings nicht.
Neben der Erhebung der Krankheitsgeschichte ist die körperliche Untersuchung und die bildgebende Diagnostik (v.a Röntgen) erforderlich, um die im Einzelfall festzulegende, ideale Therapie vorzuschlagen.
Ist ein bestimmtes Ausmaß der Fehlstellung überschritten, verspricht die nicht-operative Behandlung keinen Erfolg mehr. Den optimalen Operationszeitpunkt wird ihr behandelnder Arzt mit ihnen gemeinsam festlegen.
Aus über 150 Operationsmethoden haben sich die folgenden Verfahren bewährt und international durchgesetzt:
Chevron-Osteotomie
Scarf-Osteotomie
Akin-Osteotomie
OP nach Weil
Basisnahe Umstellungs-OP am 1. Mittelfußknochen
Arthrodese im Tarsometatarsal-Gelenk 1 (Lapidus-Arthrodese)
Sehnen-Verlängerungen und korrigierende Weichteileingriffe
Die Nachbehandlung erfolgt in einem speziellen Verbandsschuh, nach ca. 6 – 8 Wochen ist mit einer vollständigen Ausheilung der korrigierten Knochen zu rechnen.
Eine Entfernung des eingebrachten Implantatmaterials ist nicht zwingend erforderlich.
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