Facharztzentrum Orthopädie
Waldweg 11
37073 Göttingen
Die Schulter ist das Gelenk des Menschen, mit dem größten Bewegungsumfang. Es besitzt weite Freiheitsgrade in alle Richtungen und ist zudem durch den beweglichen Schultergürtel frei gleitend am Brustkorb aufgehangen.
Beim Schultergelenk handelt sich um ein Kugelgelenk, aufgebaut durch eine kleine knöcherne Gelenkpfanne (sog. Glenoid,Teil des Schulterblattes) und einen großen Gelenkkopf (sog. Humeruskopf, Teil des Oberarmes).
Hiermit unterscheidet sich die Gelenkführung maßgeblich vom Hüftgelenk, bei welchem der Hüftkopf in einer großflächigen knöchernen Pfanne des Beckens steckt und sehr stabil geführt ist.
Damit die Schulter Stabilität erreicht und ihre Funktion entfalten kann, ist eine umfangreiche weichteilige Führung des Gelenkes vonnöten. Hierzu zählen passive Elemente wie die Kapsel und ihre Bänder, als auch aktive Elemente wie die sehr wichtige gelenknahe Muskulatur (Rotatorenmanschette) und die Muskulatur des Schultergürtels.
Hinzu kommen Strukturen wie Schleimbeutel, gelenknahe Sehnen und das sog. Labrum, die Gelenklippe.
Gesundes linkes Schultergelenk im Röntgen
Neben direkten Traumafolgen durch Sturz oder Unfall, stehen oft entzündliche Erkrankungen im Vordergrund. Hinzu kommen degenerativ bedingte Veränderungen bis hin zu Defekten an verschiedenen Strukturen, als auch klassische Arthrosen der Schulter und des sog. Schultereckgelenkes. Als weitere Entität lassen sich entzündliche Verkalkungen der Schulter im Weichteilbereich diagnostizieren, bekannt als die Kalkschulter oder im Fachjargon die Tendinosis calcarea. Ebenfalls stark einschränkend ist im Alltag das Beschwerdebild der Schulter(teil)steife, der sog. frozen shoulder. Diese Erkrankung hat unterschiedliche, teils auch unbekannte Auslöser, und oft einen langwierigen Verlauf. Eine konsequente medizinische Betreuung des Patienten ist in diesen Fällen genauso wichtig, wie die gute Patientenführung und Beratung, um die Behandlungsdauer konstruktiv und so einfach wir möglich zu gestalten.
Die Herausforderung im Praxisalltag ist die gezielte Anamneseerhebung, die routinierte klinische Untersuchung und Befundung der Schulter, ergänzt durch eine umfangreiche Diagnostik mit Röntgen, Ultraschall und ggf. einer Kenrspintomographie (MRT).
Die Behandlungsoptionen zeigen zumeist schon im konservativen Bereich sehr gute Ergebnisse, obgleich anzumerken ist, dass die Schulter im Allgemeinen ein zeitintensives Gelenk ist und bis zur Zufriedenheit oft genug Benhandlungszeiten von über einem Vierteljahr anfallen können.
Zu den gängigsten Problemen gehören Schleimbeutelreizungen unterhalb des Schulterdaches. Dieser als Bursitis benannter Beschwerdekomplex resultiert oft durch die anatomische Enge, die sich zwischen dem Oberarmkopf und seiner Muskulatur zum darüber liegenden Knochen, dem sog. Schulterdach einstellt. In diesem Raum finden gleitende Bewegungen statt, welche durch einen Schleimbeutel gleitgängig gehalten werden. Kommt es zu einer Einengung dieses Gleitraumes spricht man von einem Impingementsyndrom, welches die Schleimbeutelentzündung zur Folge hat. Unterschieden werden hierbei ein funktionelles Impingement durch eine Fehlfunktion der Schulter und eine strukturelle Enge unterhalb des Schulterdaches, z.B. durch eine Spornbildung oder einer anatomischen Variante.
In Folge dessen, oder aber auch hiervon unabhängig, treten oft Rotatorenmanschettenläsionen der Schulter auf. Ihr Auftreten ist oft schleichend und von degenerativer Natur und entwickelt sich aus dem Umstand einer Qualitätsverschlechterung der Struktur oder einer chronischen entzündlichen Reizung (Tendinopathie). Im Einzelfall können aber auch akute Umstände bis hin zum Trauma zu Defekten der Muskulatur bzw. ihrer Sehnenfläche führen.
Zu den Muskeln der Rotatorenmanschette zählen insgesamt vier Muskeln, wovon im Allgemeinen der armhebende Anteil namens M. supraspinatus am bedeutendsten und am häufigsten betroffen ist. Treten hier Sehnenreizungen oder aber Defekte auf, ist im Besonderen die Armhebung schmerzhaft bis hin zu nicht möglich.
Ist die Sehne grundsätzlich von adäquater Qualität und ein vorliegender Riss nicht zu breit bzw. bereits zu alt, ist oft eine operative Rekonstruktion anzustreben. Hierbei wird minimal-invasiv arthroskopisch der Defekt aufgesucht und mit sog. Nahtankern rekonstruiert und geschlossen.
Die Nachbehandlung besteht in einer vorübergehenden (Teil-)Ruhigstellung der Schulter und einiger engmaschigen Physiotherapie – die Ergebnisse sind meist sehr überzeugend.
Im Zuge einer Schultergelenkserkrankung findet sich auch häufig eine Reizung der langen Bizepssehne, die selbst Bestandteil der Schulter ist, da sie ihren Ursprung im oberen Bereich der Gelenkpfanne findet. Wie auch sonst ist hierbei eine entzündliche Reizung von einer strukturellen Läsion abzugrenzen, da sich hier die Behandlungsoptionen unterscheiden können.
Als weitere Beschwerdeursache sind allgemeine Verschleißzustände des Gelenkes selber zu nennen: die klassische Arthrose. Da diese strukturell zumeist nicht abwendbar ist, stellt sie ein mit zunehmenden Alter oft auftretendes Problem dar. Neben der Arthrose des eigentlichen Schultergelenkes (zwischen Oberarmkopf und Pfanne), muss hier ergänzend auf die Arthrose des Schultereckgelenkes hingewiesen werden, welche sich zwischen Ende des Schlüsselbeines im Kontakt zum Schulterdach, dem sog. Acromion abspielt.
Beide Entitäten werden oft über Jahre erfolgreich konservativ behandelt und müssen nur in wenigen Fällen operiert werden. Während im Bereich des Hauptgelenkes verschiedene Gelenkersatzmöglichkeiten bestehen (dessen Auswahl sich sehr im Bezug auf das individuelle Schädigungsmuster unterscheidet), kommen im Bereich des Schultereckgelenkes oft nur arthroskopische Behandlungen zum Einsatz.
Die klassische Kalkschulter ist grundsätzlich im Röntgen leicht zu diagnostizieren und ihre Anbehandlung konservativ. Erst bei langwierigen Verläufen und ohne Erfolg auch alternativer Behandlungsmethoden wie Stoßwellentherapie oder Infiltrationen, kommen ggf operative Verfahren zum Einsatz. Als Entscheidungskriterium ist hierbei oft eine im MRT erkennbare Läsion der Rotatorenmanschette ausschlaggebend.
Grundsätzlich besteht aber für die allermeisten Schultergelenksbeschwerden ein breites konservatives Behandlungsspektrum, zusammengesetzt aus Krankengymnastik, antientzündlicher Medikation, Infiltrationsmaßnahmen, Stoßwellenbehandlung, Strahlentherapie und „Zeit“, welche typischerweise ein beeinflussender Faktor ist.
Sprechen Sie und an, wir stehen Ihnen kompetent zur Seite.
Ihr Operateur wird anhand des klinischen Befundes (Beinachse, Muskelstatus, Gewicht, Kontraktur) und des Röntgenbildes (Kniegelenk in zwei Ebenen, Ganzbeinaufnahme, evtl. Zusatzdiagnostik wie MRT, Arthroskopie Berichte) die ideale Prothese für Sie planen.
Facharztzentrum Orthopädie
Waldweg 11
37073 Göttingen
Telefon 0551.384222-0
Fax 0551.384222-38