Facharztzentrum Orthopädie
Waldweg 11
37073 Göttingen
Bei dem Ellenbogengelenk handelt es sich um ein Gelenk, an dem drei knöcherne Gelenkpartner beteiligt sind. Der distale Teil des Oberarms artikuliert hierbei im Wesentlichen mit dem proximalen Anteil der Elle, einer der beiden Unterarmknochen. Daher auch der Name Ellenbogen. Die Speiche, als zweiter Unterarmknochen, ist aber auch als sich abstützendes Drehgelenk beteiligt – über dieses erfolgt maßgeblich die Rotation des Unterarmes in die Einwärts- und Auswärtsdrehung (Pronation und Supination).
Außerhalb von akuten Verletzungen sind die meisten im Praxisalltag auftretenden Beschwerden entzündlichen Reizzuständen geschuldet, die die im Ellenbogenbereich ansetzende Unterarmmuskulatur betreffen. Hierbei handelt es sich um sog. Ansatztendinosen, also um Entzündungen des Ansatzbereiches von Muskelgruppen an ihrem knöchernen Ursprung des Ellenbogens. Typischerweise sind die Beschwerden im Ansatzbereich der Streckeinheiten des Unterarmes am äußeren Ellenbogen lokalisiert, oder aber innenseitig im Bereich der Beugeeinheiten. Im Volksmund bezeichnet sich der Reizzustand als Tennisellenbogen und Golferellenbogen, wobei die Namensgebung ebensowenig sinnvoll wie typisch erscheint.
Die Verläufe können oft langwierig sein – trotz allem ist das operative Vorgehen die Ausnahme. Therapeutisch ist die Krankengymnastik wertvoll, dehnende und kräftige Maßnahmen. Zudem entzündungshemmende Medikamente, Hilfsmittel wir einer Spange (Brace) oder Bandage zur Lastverteilung, lokale Infiltrationen bis hin zur vorübergehenden Ruhigstellung, der Stoßwellentherapie oder die Strahlentherapie.
So störend die Beschwerden im Alltag auch seien möglich, so gut wie nie verbirgt sich hierunter eine schwerwiegende Diagnose.
In Richtung des Handgelenkes sind auftretende Beschwerden zumeist auch weichteiliger Natur, namentlich ebenfalls Sehnenreizungen oder Sehnenscheidenentzündungen. Mit zunehmendem Alter stehen dann oft verschleißbedingte Erscheinungen im Vordergrund. Vor allem die Handgelenksarthrose und, bei Frauen sehr typisch, die Daumensattelgelenksarthrose (Rhizarthrose) stehen im Vordergrund. Hier sind ebenfalls physiotherapeutische und physikalische Maßnahmen interessant, zudem Infiltraionsmaßnahmen, Hilfsmittel und Entzündungshemmer. Im Besonderen bei einer konservativ nicht einstellbaren Rhizarthrose, ergeben sich auch gut anwendbare operative Methoden. Angefangen bei nahezu gar nicht invasiven Maßnahmen wie einer gezielten Denervierung des schmerztransportierenden Nervens, bis hin zu kleinen Gelenkersatzoperationen ähnlich einer winziger Prothese wie die der Hüfte, sind hier gute und erfolgversprechende Maßnahmen möglich.
Die Erkrankungsmöglichkeiten im Hand- und Fingerbereich sind im Weiteren mannigfaltig und sollten hier nur auszugsweise dargestellt werden.
Bedeutsam sind neben Arthrosen aus dem Formenkreis des Rheumas oder auch unspezifische Polyarthrosen, die die Fingerzwischengelenke bestreffen. Erstgegannte Beschwerden adressiert man am besten durch Einstellung der Grunderkrung, dem Rheuma selbst. Darüberhinaus behandelt man beide Entitäten vorwiegend symptomorientiert. Neben dem Gebiet o.g. Konservativer Möglichkeiten, zeigt sich im Besonderen eine Ergotherapie wirksam.
Ein häufig zu beobachtendes Beschwerdebild ist das Karpaltunnelsyndrom. Es handelt sich um ein sog. Engpasssyndrom, bei welchem ein Nerv der zur Hand läuft im Bereich des Handgelenkes eine mechanische Enge erfährt und hierdurch gereizt wird. Der betroffene Nerv nennt sich N. medianus und versorgt die ersten drei Finger der Hand (Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger), sowie die Randkante des Ringfingers. Typische Beschwerden sind die des nachts und in den Morgenstunden auftretenden Gefühlsstörungen in den betroffenen Fingern, einschließlich Schmerzen und Kribbel- bzw Taubheitsgefühlen. Die Diagnosesicherung erfolgt neben der klinischen Symptomatik durch den Neurologen, welcher den Grad der Einklemmung und damit die Vitalität des Nervens beurteilen kann. In vielen Fällen mündet das Karpaltunnelsyndrom (CTS) im weiteren Krankheitsverlauf in eine kleine ambulangte OP, bei welcher minimal-invasiv der Karpaltunnel entlastet wird und der Nerv aus seiner Einklemmung befreit wird.
Zuletzt sei das Auftreten eines sog. Schnappfingers diskutiert. Hierbei handelt es sich um eine linsenförmige Aufweitung der Beugesehne des betroffenen Fingers, welche es mechanisch nicht schafft, frei durch die kleinen Ringbänder des Fingers zu gleiten. Diese sind kleine Bandstrukturen, die, vergleichbar mit den Ösen einer Angelroute, die Sehne am knöchernen Finger halten und führen. Die Betroffenen haben einen schmerzhaft schnappenden Finger, welcher nur mit Kraftaufwand und dann sprunghaft in die Beugung bzw. Streckung gleitet – in schweren Fällen auch in Beugestellung verweilt. Die Konsequenz ist hier zumeist ein sehr kleiner, ambulanter operativer Eingriff, bei welchem das betroffene Ringband durch einen Mini-Schnitt durchtrennt wird.
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